Archiv für September 2010

Die Mirower Schlossinsel mit ihrem wunderschönen Ambiente und dem Gebäudeensemble aus dem anfänglichen 18. Jahrhundert, bestehend aus Schloss, Kavalierhaus, Remise, Johanniterkirche und Torhaus, war eine der Nebenresidenzen der Herzöge von Mecklenburg-Strelitz.
Seit diesem Jahr gibt es im ehemaligen Kavalierhaus, das nun den Namen „3 Königinnen Palais“ trägt, ein modernes Besucherzentrum, welches über die Geschichte des Herzogtums Mecklenburg-Strelitz, über die drei Königinnen und über eine Vielzahl von touristischen Highlights informiert.
Es ist eine multimediale interaktive Ausstellung mit Hörstationen, Geräuschen und Düften, die auch die Kinder anspricht.
Innerhalb des Hauses haben die Besucher die Gelegenheit, kleine Geschenke und regionale Produkte zu erwerben oder bei köstlichem Kaffee und selbst gemachten Kuchen und Pralinen auf der Sonnenterrasse, das Panorama des Mirower Sees zu genießen.
Öffnungszeiten:
ganzjährig geöffnet tägl. 10 – 18 Uhr
3 Königinnen Palais
Schlossinsel 2a
17252 Mirow
Tel.: 039833/ 269955
Homepage
e-mail: info@3koeniginnen.de
Die Stadt Mirow liegt inmitten einer bezaubernden Wald- und Seenlandschaft der Mecklenburgischen Kleinseenplatte. Die romantische Schlossinsel mit dem historischen Torhaus (1588 erbaut), dem Residenzschloss und der ehrwürdigen Johanniterkirche lädt zum Träumen und Verweilen ein. Direkt an der Müritz-Havel-Wasserstraße gelegen bietet Mirow ideale Bedingungen für alle Wassersportarten. Autofreie Wald- und Landwege sprechen besonders Wanderer, Radler und Reiter an. Die Umgebung mit einer einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt ist Anziehungspunkt für Naturfreunde. Zum näheren Kennen lernen der Stadt laden wir Sie zu einem historischen Stadtrundgang ein.
Nutzen Sie auch unsere Ausflugsziele in der Umgebung.

Quelle: Ruppiner Anzeiger
Die ersten Rückkehrer machen schon Zwischenstation im Rhinluch. In wenigen Wochen werden dort wieder mehrere zehntausend Kraniche zu bestaunen sein. Das Areal zwischen Fehrbellin, Kremmen und Nauen in Brandenburg ist einer der wichtigsten Sammelplätze für den Kranich in Europa. Jeden Herbst zieht das Spektakel zahlreiche Naturfreunde an.
„Das wird dieses Jahr nicht anders sein”, sagte am Dienstag Kranichexperte Ekkehard Hinke bei einer Gesprächsrunde in der Kremmener Museumsscheune. Besonders schön sei am Morgen der Start der Vögel, wenn sie von ihren Schlafplätzen an den Linumer Teichen zu den Äckern aufbrechen, um sich für den Weiterflug zu stärken. Dann werden die Vögel des Glücks auch gezählt. Für diese Arbeit werden noch freiwillige Helfer gesucht. Im Rhinluch selber sind etwa, acht Brutplätze bekannt. Vermutlich gibt es aber einige mehr in den Moorgebieten. „Das Rhinluch hat aber noch mehr zu bieten”, so Biologe Torsten Seeger vom Landschaftsförderverein. In dem artenreichen Areal seien viele bedrohte Tiere und Pflanzen heimisch. Zudem sei die Moorlandschaft wichtig für den Wasserhaushalt und den Klimaschutz. Seeger und Hinke sparten in ihrem Vortrag auch die Konfliktpunkte mit den landwirtschaftlichen Betrieben nicht aus. Es gebe immer wieder Diskussionen zwischen Landnutzung und Naturschutz, wie auch die um das geplante Naturschutzgebiet. “Da müssen immer wieder Kompromisse gefunden werden”, so Hinke.
Auch 2010 heißt es wieder: Frischer Fisch in seiner ganzen Vielfalt an der Mecklenburgischen Seenplatte! Vom 25. September bis zum 10. Oktober bekommen Sie regionale Fischgerichte in über 40 teilnehmenden Häusern serviert!
Hier finden Sie das detaillierte Programm der Müritz-Fischtage 2010.


Der Graukranich, auch Grauer oder Eurasischer Kranich genannt, (wissenschaftlicher Name Grus grus) erreicht, aufrecht stehend, eine Größe von ca. 1,20 Meter. Damit ist er deutlich größer als Graureiher und Weißstorch, mit denen er verwechselt werden könnte. Mit einer Flügelspanne von 2,20 Meter kann er sich darin mit manchem Adler messen. Im Flug ist der Kranich an seinem langen, gerade vorgestreckten Hals zu erkennen. Die Beine sind so lang, dass sie den Schwanz beim Fliegen weit überragen.
Vom grauen Gefieder heben sich deutlich die schwarz-weiße Kopf- und Halszeichnung und die rote federlose Kopfplatte ab. Letztere schwillt bei Erregung leuchtend rot an. Der schönste Schmuck des Kranichs ist seine „Schleppe“. Diese über den kurzen Schwanz herabhängenden Federn sind die verlängerten Armschwingen der Flügel, die im Erregungszustand und während der Balz buschig aufgestellt werden. Der Vogel erscheint dann noch größer und majestätischer.
Männchen (Hahn) und Weibchen (Henne) sind am Gefieder nicht zu unterscheiden. Nur wenn sie nebeneinander stehen, zeigt sich, dass der männliche Vogel meist etwas größer und kräftiger ist und seine Schmuckfedern prächtiger ausfallen. Männchen wiegen bis 7 Kilogramm, Weibchen bis 6 Kilogramm. Jungvögel tragen anfangs ein zimtbraunes Dunengefieder. Ihr fertiges Jugendkleid ist – bis auf den sandfarbenen Kopf – braun gefärbt.
In der Gefangenschaft sind Graukraniche bis zu 40 Jahre alt geworden. In der freien Wildbahn ist die Lebenserwartung weit geringer.
Kraniche der Welt
Die Familie der Kraniche ist mit 15 Arten auf der Erde weit verbreitet. Nur in Südamerika und in der Antarktis gibt es sie nicht. Kraniche waren lange vor dem Menschen auf der Erde. Fossile Funde der Vorfahren heutiger Kronenkraniche Balearicinae stammen aus dem Erdzeitalter des Tertiär. Sie sind etwa 37 bis 54 Millionen Jahre alt. Die ältesten Vorfahren unserer Kraniche, der Unterfamilie Gruinae, lebten im Miozän vor ungefähr 5 bis 24 Millionen Jahren.
Kraniche erreichen fast die Größe und das Alter von Menschen. In der Mythologie, in der Literatur und in der Poesie vieler Völker spielen die großen Vögel eine bedeutende Rolle – als Frühlingsboten und Glücksvögel, Göttervogel und Sinnbild für Treue und ein langes Leben.
Doch in jüngster Zeit spielt Ihnen der Mensch übel mit. Mindestens zehn der 15 Arten sind vor allem wegen der Zerstörung ihrer Lebensräume bedroht.
Schmetternde Trompetenrufe
Der althochdeutsche Name des Vogels „cranuh“ ahmt lautmalerisch seine trompetentonartigen Rufe nach. Das laute „Trompeten“ ist ein unverwechselbares Merkmal des Kranichs. Im offenen Gelände und je nach Witterung sind rufende Altvögel zwei Kilometer und weiter zu hören.
Ihr gewaltiges Stimmvolumen verdanken sie dem besonderen Bau und der enormen Länge ihrer Luftröhre, die das Brustbein als Doppelschlinge durchzieht. Sie kann bis zu 1,30 Meter messen. Jungvögel lassen dagegen nur ein hohes Fiepen hören.
Vielseitiger Speisezettel
Sehr vielseitig sieht die Nahrungspalette der Kraniche aus. Sie reicht von Insekten und deren Larven, Würmern, Schnecken, Fröschen, Reptilien und Kleinsäugern bis zu Mais- und Getreidekörnern, Erbsen, Bohnen, Erdnüssen, Eicheln, Kartoffeln und anderen Pflanzenteilen.
Kraniche leben in „Dauerehe“
Kraniche werden frühestens im dritten Lebensjahr geschlechtsreif. Eine Paarbildung findet wahrscheinlich ein bis zwei Jahre vor der eigentlichen Fortpflanzung in den Junggesellen- bzw. Übersommerertrupps statt. Das Verlobungspaar versucht in der Folgezeit, ein geeignetes Brutrevier zu besetzen. Häufig baut es dann bereits ein Nest.
In der Regel bleibt das Kranichpaar vermutlich bis zum Tod eines Partners zusammen. Doch es gibt auch Ausnahmen zu dieser Dauerehe.
Der Tanz der Kraniche
Ab Mitte Februar kehren die einheimischen Kraniche aus den Winterquartieren an die Brutplätze zurück. Die Vögel aus den skandinavischen und osteuropäischen Ländern, in denen es dann noch kälter ist, überfliegen auf dem Heimzug später ihre zu diesem Zeitpunkt hierzulande meistens schon brütenden Artgenossen.
Bis zum Brutbeginn im März (Anfang April) halten sich die Paare auf ihren Nahrungsflächen nahe dem Brutrevier auf. Früh am Morgen lassen sich dann oft die phantastischen „Tänze“ der Kraniche beobachten. Sie sind Ausdruck innerer Erregung und auch auf den Rastplätzen während der Frühjahrsrast zu sehen. Die unterschiedlichen Tanzfiguren sind geprägt durch Sprünge, Flügelschlagen, Zickzackläufe und Imkreisrennen. Dabei werden auch Pflanzenteile und Steine in die Luft geworfen.
Die eigentliche Balz findet in der Nähe des Brutplatzes statt und dient der Einstimmung der Partner aufeinander und zur Vorbereitung der Paarung.

Die Rast
Ab Anfang August finden sich die einheimischen Brutpaare mit ihrem Nachwuchs an den sogenannten Sammelplätzen ein, die im Abstand von 20 bis 50 Kilometer über das Verbreitungsgebiet verteilt sind. Zuerst kommen die Junggesellen und Paare ohne Bruterfolg, anschließend die Brutpaare mit ihren Jungen. Ab September erhalten sie Verstärkung von durchziehenden Kranichen aus nordischen und östlichen Brutgebieten, die in Deutschland rasten. Sie verweilen zusammen mit den heimischen Kranichen an Sammelplätzen oder unterbrechen ihren Zug an Rastplätzen.
Einer der bedeutendsten Rastplätze in Europa befindet sich an der Ostseeküste in der Rügen-Bock-Region. Große Rastplätze sind auch von der unteren Oder, der Mecklenburgischen Großseenplatte (z. B. die Müritz und die Langenhägener Seewiesen), dem Rhinluch und Havelländischem Luch (z.B. Linumer Fischteiche und Nauen) sowie seit einigen Jahren aus der Oberlausitz bekannt. Weitere Rastplätze mit Ansammlungen von einigen hundert bis zu rund eintausend Kranichen gibt es im südöstlichen Schleswig-Holstein, in Niedersachsen und in Hessen.
Das Zentrum eines Rast- oder Sammelplatzes bilden ein oder mehrere Schlafplätze. Sie befinden sich in Gewässern mit Flachwasserbereichen, in denen die Kraniche nachts stehend schlafen. Tagsüber suchen die Tiere auf nahegelegenen Ackerflächen nach Nahrung.
Zwischen Ende Oktober und Anfang November ziehen die Kraniche aus Mitteleuropa ab. In milden Wintern bleiben gelegentlich kleinere Kranichtrupps in Deutschland.
Weitere Informationen unter www.kraniche.de
Presseinformation der Tourismus Marketing Brandenburg
Zwischen September und November gehört die Beobachtung des Zuges Tausender Kraniche und Gänse zu den beliebtesten Erlebnissen von Ausflüglern in Brandenburg. Vor allem an großen Seen und Flüssen bietet sich ein beeindruckendes Naturschauspiel, wenn sich die Vögel vor ihrem Abflug in den Süden auf den märkischen Feldern noch einmal stärken. Vielerorts kann das Spektakel von Beobachtungstürmen oder anderen erhöhten Positionen aus selbstständig verfolgt werden. Im „Luckauer Becken“ geben erfahrene Naturwächter auf dem Kranichturm an der Straße zwischen Goßmar und Freesdorf immer donnerstags und sonntags jeweils ab dem Einbruch der Dämmerung Auskünfte zu den Kranichen. Besucher sollten zu den bis zum 31. Oktober laufenden Veranstaltungen Taschenlampe und Fernglas mitbringen. Bereits zum fünften Mal findet vom 1. bis 10. Oktober im Nationalpark Unteres Odertal eine Kranichwoche statt. In der Nähe von Gartz befindet sich mit bis zu 15 000 Vögeln einer der größten Kranichschlafplätze des Binnenlandes. Es werden Führungen beiderseits der Grenze, Kremserfahrten, Radtouren, Ausstellungen, Vorträge und Schiffsfahrten geboten.
Weitere Informationen unter www.naturwacht.de, www.unteres-odertal.de und www.reiseland-brandenburg.de
Presseanfragen an:
Regina Zibell & Mischa Wilcke
TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH
Am Neuen Markt 1
14467 Potsdam
Telefon: 0331-298

Der Kranich
Der Kranich (Grus grus), auch Grauer Kranich oder Eurasischer Kranich genannt, ist der einzige Vertreter der Familie der Kraniche (Gruidae) in Nord- und Mitteleuropa. Kraniche bewohnen Sumpf- und Moorlandschaften in weiten Teilen des östlichen und nördlichen Europa, aber auch einige Gebiete im Norden Asiens. Sie nehmen das ganze Jahr über sowohl tierische als auch pflanzliche Nahrung auf. Der Bestand hat in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen, so dass die Art zur Zeit nicht gefährdet ist.
Die Schönheit der Kraniche und ihre spektakulären Balztänze haben schon in früher Zeit die Menschen fasziniert. In der griechischen Mythologie war der Kranich Apollon, Demeter und Hermes zugeordnet. Er war ein Symbol der Wachsamkeit und Klugheit und galt als „Vogel des Glücks“. In China stand er für ein langes Leben, Weisheit, das Alter sowie die Beziehung zwischen Vater und Sohn. Auch in Japan ist der Kranich ein Symbol des Glücks und der Langlebigkeit. In der Heraldik ist der Kranich das Symbol der Vorsicht und der schlaflosen Wachsamkeit. In der Dichtung wird der Kranich symbolisch für etwas „Erhabenes“ in der Natur verwendet.
Erscheinungsbild
Er ist, wie alle Vertreter der Gattung Grus, ein großer Schreitvogel mit langen Beinen und langem Hals. Kennzeichnend sind die schwarz-weiße Kopf- und Halszeichnung und die federlose rote Kopfplatte. Der keilförmige, schlanke Schnabel ist über zehn Zentimeter lang. Das Gefieder hat abgesehen vom Kopf eine hellgraue Färbung in vielen Abstufungen. Sehr selten sind fast weiße und sehr dunkle Vögel. Der Schwanz sowie die Hand- und Armschwingen sind schwarz. Die Humeralfedern variieren farblich von Grau bis Schwarz und hängen bei Altvögeln als „Schleppe“ über den Schwanz hinweg. Zur Brutzeit wird der Schulter- und Rückenbereich mit Moorerde hell- bis dunkelbraun gefärbt. Die Geschlechter sind äußerlich schwer zu unterscheiden. Männchen sind jedoch durchschnittlich etwas größer als Weibchen. Erstere wiegen fünf bis sieben Kilogramm, letztere fünf bis sechs. Der Kranich erreicht eine Höhe von 110 bis 130 cm. Die Flügelspannweite beträgt etwa 220 bis 245 cm.
Flügge Jungvögel zeigen eine gleichmäßige hellgrau-braune Färbung und haben noch keine Schleppe. Der Kopf ist einfarbig rötlich sandfarben ohne Schwarz-Weiß-Zeichnung. Bei einjährigen Jungvögeln bildet sich eine schwache Hell-Dunkel-Zeichnung an Kopf und Hals heraus. Sie haben noch ein geringeres Gewicht als Altvögel. Zweijährige Jungvögel ähneln abgesehen von einer weniger ausgeprägten Schleppe den Altvögeln.
Die Mauser des Kleingefieders findet jährlich vom Frühjahr bis in den Herbst statt. Altvögel mausern im Drei- bis Vierjahreszyklus.
Stimme
Kraniche haben verschiedene Rufe, die für das Sozialverhalten von Bedeutung sind. Der laute trompetenartige Ruf wird durch den Resonanzraum der 100 bis 130 cm langen Luftröhre ermöglicht. Beim „Duettruf“ folgt einer Rufreihe eine darauf abgestimmte Tonfolge. Sowohl Männchen als auch Weibchen können durch ihn die Abfolge der Duette einleiten. Beide richten dabei Kopf und Schnabel aufwärts, neigen den Hals nach hinten und heben die Schwingen an. Sie stehen eng beisammen und bewegen sich während der Rufreihen gemächlich nebeneinander fort. Der Duettruf ertönt bei Erregung an Sammel- und Rastplätzen, am häufigsten zur Brutzeit. Er kann durch Frequenzanalyse (Sonagrafie) zur individuellen Charakterisierung und Wiedererkennung verwendet werden.
Ein anderer lauter Ruf ist der Warnruf, der bei Gefahr von einem Paar oder mehreren Vögeln ausgestoßen wird. Der Doppelruf wird durch das Rufen eines Partners mit vorgestrecktem Hals eingeleitet. Das Männchen folgt darauf mit einem höheren Laut oder das Weibchen mit einem tieferen Ton. Er ist häufig bei Störungen in Brutrevieren über weite Distanzen zu hören. Besonders bei eingeschränktem Sichtkontakt oder bei einer stärkeren Zugstimmung äußert ein suchendes Einzeltier oder die Gruppe den lauten Kontaktruf. Er kündigt auch den bevorstehenden Abzug an.
Der Kontaktruf der Küken äußert sich in einem sanft trillernden Ton. Bei Erregung geben sie ein lautes, pfeifendes Piepsen von sich. Der Bettelruf besteht aus einem klagenden Piepen. Die Familienmitglieder verständigen sich über trillernde Kontaktrufe. Um die Jungen zu warnen, werden sowohl am Boden als auch in der Luft Rufe ausgestoßen, die aus scharfen und vokallosen Tönen bestehen.
Verbreitung und Lebensraum
Die Brutgebiete des Kranichs liegen im Nordosten Europas und im Norden Asiens. Die Flüsse Weser und Aller markieren die westliche, der 51. Breitengrad die südliche Grenze des Verbreitungsgebietes. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts haben Biotopverluste bewirkt, dass sich die Südgrenze des europäischen und mittelasiatischen Areals um 300 km bis 400 km nach Norden verschoben hat. Der Verlust isolierter Brutgebiete ist auf Trockenlegung und Kultivierung von Feuchtgebieten, Eiersammeln und Bejagung sowie auf ökologische Bedingungen (Wassermangel, Trockenheit) zurückzuführen. Eine Wiederbesiedlung ist jedoch unter den heutzutage verbesserten Schutzbedingungen möglich.
Der Kranich besiedelt ganz Skandinavien und Finnland. In Mitteleuropa ist er in Polen, Tschechien und im Norden und Osten Deutschlands zu finden. In Osteuropa ist der Kranich in den baltischen Staaten Litauen, Lettland und Estland, in Weißrussland und im Norden der Ukraine verbreitet. Vor Jahrzehnten stellten der Süden Georgiens, Armenien, die südliche Ukraine und das Nordostufer des Aralsees noch Brutgebiete dar. Nach wie vor sind das östliche Sibirien und der Ferne Osten dünn besiedelt. In der Türkei und in Tibet sind stabile, eigenständige Populationen zu finden. Die Verbreitung im Nordosten Chinas nimmt jedoch ab. Sporadisch brütet der Kranich in England, Frankreich, Italien sowie in den Niederlanden. Früher war er auch in Rumänien, Jugoslawien, Albanien, Bulgarien sowie in Griechenland verbreitet.
Seine bevorzugten Lebensräume sind Feuchtgebiete der Niederungen, wie beispielsweise Nieder- und Hochmoore, Bruchwälder, Seeränder, Feuchtwiesen und Sumpfgebiete. Zur Nahrungssuche finden sich die Tiere auf extensiv bewirtschafteten landwirtschaftlichen Kulturen wie Wiesen und Feldern, Feldsäumen, Hecken und Seeufern ein. Für die Rast nutzen sie weite und offene Flächen wie Äcker mit Getreidestoppeln. Als Schlafplätze werden vor allem Gewässer mit niedrigem Wasserstand aufgesucht, die Schutz vor Feinden bieten.
Wanderungen
In Europa gibt es mehrere Zugwege, die seit dem frühen 19. Jahrhundert erforscht werden. Genaue Erkenntnisse liegen dabei für die westeuropäische Zugroute und den nördlichen Teil der baltisch-ungarischen Strecke vor.
Der westeuropäische Zugweg
Aus Schweden, Norwegen und vielleicht auch aus Nordfinnland stammende Kraniche ziehen in Nord-Süd-Richtung durch Schweden, wobei sich im westlichen und östlichen Teil des Landes stärkere Zugkonzentrationen herausgebildet haben. Ab Mitte August erreichen größere Rastgruppen der Westzieher das deutsche Festland zwischen der Odermündung und dem Darß. Die Zahl der bevorzugt auf der Insel Rügen und bei Groß Mohrdorf rastenden Vögel erreicht zwischen Mitte und Ende Oktober ihren Höhepunkt. Ostzieher rasten teilweise auf Öland, um dann die Ostsee in Richtung Rügen, Polen und Estland zu überqueren. Der Abzug skandinavischer Kraniche findet zwischen Mitte August und Mitte Oktober statt, gelegentlich auch noch im November.
Ab Mitte September wird Deutschland sowohl von Norden als auch aus östlicher Richtung mit Rast zwischen Ostseeküste und Lausitz angeflogen. Seit Mitte der 1980er-Jahre wird eine große Zunahme des Ost-West-Durchzuges im Inland festgestellt, so dass die Höchstzahlen seit 1996 an den großen Rastplätzen in Schlesien, im Torun-Eberswalder Urstromtal, nördlich Berlins und der Lausitz die der Küstenregionen übertreffen. Der Höhepunkt des Ost-West-Durchzugs liegt in der zweiten Oktober- und ersten Novemberhälfte, wobei größere Zuggruppen aus dem Osten noch bis Mitte Dezember und bei ungünstigen Wetterlagen sogar bis in den Januar hinein ziehen können. Der Zug wird in südwestliche Richtungen fortgesetzt, wobei sich die nördlichen und östlichen Zugkontingente sowie die Flüge der verschiedenen Rastplätze westlich des Rheins vereinigen.
Nach dem Abzug von den ostdeutschen Rastplätzen ziehen die Zuggruppen meistens westwärts über das Rhein-Main-Gebiet bis Frankreich. Dort verläuft die Zugroute diagonal durch das Land. Die großen Rastregionen liegen in Orléans und der Champagne Humide sowie in der Region Aquitaine. Gewöhnlich werden die westlichen Pyrenäen in der Provinz Navarra und dem östlichen Baskenland überquert, bevor es zu dämmern beginnt. Seit mehr als einem Jahrzehnt wird Frankreich auch zur Überwinterung intensiv genutzt.
Im nördlichen Spanien wird nur an wenigen Plätzen gerastet. Zugkonzentrationen bilden sich an der Laguna de Gallocanta in den Provinzen Saragossa und Teruel. Die ersten Vögel erscheinen im Oktober, in dessen zweiter Hälfte stärkerer Zuzug stattfindet, der zwischen Ende November und Mitte Dezember seinen Höhepunkt erreicht. Die Überwinterungsgebiete stellen die Extremadura und Andalusien sowie etwa 58 weitere Plätze dar. Ein kleiner Teil der Population zieht noch weiter bis Nordafrika. Der Abzug beginnt ab Ende Januar und erreicht zwischen Ende Februar und Anfang März seinen Höhepunkt. Der Zug auf der westeuropäischen Route ist von maximal 40.000 Kranichen am Anfang der 1980er-Jahre über 60.000 Vögel um 1990 auf etwa 150.000 Kraniche im Jahr 2001 angestiegen.
Hier bei uns in der Mecklenburgischen Seenplatte kann man die scheuen Vögel ab ca. Ende September beobachten, vor allem aber hören. Die Rufe hallen morgens uns abends über Wiesen und Felder, oft über viele Kilometer weit. Der Naturschutzbund (Nabu) ist immer auf der Suche nach freiwilligen Zählern. Im Storchendorf Linum (Ruppiner Land in Brandenburg) ist das Vorkommen der geflügelten Zweibeiner besonders hoch und wird mithilfe dieser erfasst. Die Vorbereitungen hierfür laufen schon.

Quelle: Märkische Allgemeine, 01.09.2010
RHEINSBERG – Das Herz der Eiszauberei ist silbern und hat einen großen Hebel an der Seite. Ein Zug daran befördert das Eis in die Waffel, in jeder gewünschten Geschmacksrichtung. Mit 365 Sorten, für jeden Tag eine, wirbt die Eiszauberei. Das Geheimnis dieser Vielfalt sitzt in der Maschine. Sie mischt ein Basiseis mit Zutaten, die sich der Kunde aussucht.
Seit 20 Jahren verdient der Rheinsberger Wolfgang Brasch, Inhaber der Eiszauberei, sein Geld mit den Mischmaschinen. Begonnen hat alles mit einer Zeitschrift. „Geschäftsidee“ hieß die, und genau danach suchte Wolfgang Brasch im November 1989. Er entdeckte Whirla Whip, ein Franchise-Unternehmen aus den USA, das mit solchen Maschinen arbeitete. Brasch nahm Kontakt auf und wurde im Sommer 1990 Master-Franchisenehmer für Nordbrandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Er bekam nicht nur eine Maschine, sondern auch das Recht, weitere Franchisenehmer zu gewinnen. Sein Geschäft entwickelte sich in den nächsten Jahren gut. Er übernahm weitere Gebiete, bis er 1994 der einzige Master-Franchisenehmer in Deutschland war.
Für Whirla Whip selbst lief es gleichzeitig offenbar nicht so gut. 1994 wurde die Deutschlandzentrale in Berlin aufgelöst, die Europazentrale in Österreich folgte kurz danach. Der Kontakt von Wolfgang Brasch zu der Firma riss ab. 1996 flog er spontan zu einer Messe nach New Orleans, um den Franchisegeber zu treffen – doch der war nicht da. Also setzten sich Brasch und seine Frau Viola in ein Taxi und suchten nach der Firmenzentrale – ohne Erfolg. Also machte er allein weiter, baute selbst Mischmaschinen. 1997 firmierte er zur Eiszauberei um.

An rund 70 Standorten in Deutschland stehen inzwischen seine Maschinen, fast ausschließlich bei Lizenzpartnern. Sie integrieren Maschine und Theke in ein bestehendes Geschäft, etwa ein Café oder ein Hotel. „Wir haben sogar ein Taxiunternehmen.“ Dessen Inhaberin hat ein kleines Eiscafé eröffnet, fährt aber nebenbei noch. Brasch hat die Eismaschine außerdem in 17 Länder exportiert. Meistens nur eine pro Land – außer in Russland. Dort gibt es über 100, die von einem lokalen Partner beliefert werden.
Fünf Mitarbeiter und drei Werksstudenten arbeiten in der Eiszauberei-Zentrale an der Rheinsberger Königsstraße. Dort werden die Maschinen montiert und die Büroarbeit gemacht. Das Basiseis lässt Brasch bei Partnern produzieren, nach eigenen Rezepten. Fünf Sorten gibt es, darunter ein Bioeis und eines für Diabetiker und Laktoseallergiker.
Auch die Maschinen hatten sich verändert, erzählt Brasch. Das US-Modell, das er im Mai 1990 kaufte, hatte Schwächen. „Da stimmte noch nicht alles.“ Er fand den Hebel zu schwergängig, den Rückstandsbereich nicht hygenisch. Also konstruierte er sie mit seinen Leuten um, und tauschte Teile aus. Selbst das Modell, das er heute vertreibt, findet er nicht perfekt. „Ich habe schon die nächste Maschine im Kopf.“ Erst mal aber muss Brasch etwas anderes entwickeln: Er will mehr Franchisenehmer gewinnen und setzt auf Existenzgründer. Denen will er ein fertiges Einrichtungskonzept für Eiszauberei-Cafés in drei oder vier Größen anbieten, je nach Laden und möglicher Mitarbeiterzahl. Prototyp soll das eigene Eiscafé an der Rheinsberger Königstraße werden.
Die Eiszauberei feiert in dieser Woche Jubiläum. Dazu gibt es Aktionen im Geschäft an der Königstraße. Am Sonntag, 5. September, ab 14 Uhr steigt dort ein Jubiläumsfest. (Von Carsten Schäfer)